Das Projekt

Vor dem Hintergrund des kontinuierlichen Wachstums des e-Commerce Marktes und der kräftigen Zunahme der Sendungsvolumina, setzen viele KEP-Dienstleister bereits zunehmend auf alternative Zustellmöglichkeiten wie Paketschließfachanlagen. Derzeit etablieren sich geschlossene Einzelsysteme, die exklusiv durch einen Anbieter genutzt werden und/oder durch ihren Standort der Bevölkerung nur beschränkt zur Verfügung stehen. Durch diese Restriktionen sind die Effektivität bzw. Effizienz der Systeme sowie deren Verfügbarkeit stark eingeschränkt.

Um das vorliegende Potential zugunsten einer nachhaltigeren innerstädtischen Güterverteilung ganzheitlich zu erschließen und kurzfristig nutzbar zu machen, hat sich das Projektkonsortium gefunden:

  • Technische Universität Graz, Institut für Technische Logistik (Konsortialführer)
  • Technische Universität Graz, Institut für Straßen- und Verkehrswesen
  • Stadt Graz, Abteilung für Verkehrsplanung (unterstützt durch A10-BD / EU-Referat)
  • KEBA AG, Linz
  • Prime Software GmbH, Graz

Ziel des 3-jährigen Forschungsprojekts „Skalierbares, offenes Waren-Austausch-System (SoWAS)“, dass durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft gefördert (FFG Projektnummer 862833) wird, ist die Entwicklung und Erprobung eines Übergabesystems für Waren und Pakete, für den (halb-)öffentlichen Raum, um die urbane Güterlogistik ökologisch nachhaltiger zu gestalten.

Ziele des Projektes „SoWAS“

Im Projekt wird ein automatisches und skalierbares Warenaustauschsystem für den öffentlichen oder halböffentlichen Raum entwickelt, das durch einen neutralen Betreiber zur Verfügung gestellt wird und für alle Logistikdienstleister, sowie Privatpersonen einfach und flexibel nutzbar ist. Neben den herkömmlichen Möglichkeit des Paketempfangs und -versands mittels kommerzieller Logistikdienstleister, eignet sich ein anbieter-offenes Warenaustauschsystem auch für weitere, neuartige Dienst- und Serviceleistungen, z.B. dem Austausch und Verwahren von Gegenständen im gewerblichen sowie privaten Umfeld, bspw. als Teil der „sharing economy“ oder als herkömmliches Schließfachsystem. Die Innovation eines offenen, kollaborativ genutzten Warenaustauschsystems bietet den Vorteil der gemeinsamen, flexiblen und damit effizienteren Nutzung von Infrastruktur.

Das Projekt untersucht die technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Anforderungen, die sich aus den relevanten Dienstleistungen ergeben, spezifiziert die damit verbundenen Geschäftsmodelle und Betriebsmodelle und stimmt sie mit den wesentlichen Stakeholdern ab. Ziel ist es, insbesondere Zustell- und Abholwege zu reduzieren um damit einerseits zu einer Steigerung der Nachhaltig des urbanen Güterverkehrs beizutragen bzw. andererseits der stetig wachsenden Nachfrage an Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen (KEP) mit einem alternativen Zustellkonzept zu begegnen. Das Projektteam entwickelt und testet einen Prototyp in einem Testgebiet der Stadt Graz, um ein einsatzfähiges, skalierbares, offenes Warenaustauschsystem für ein breites Anwendungsfeld zu erreichen.